Wer ist eigentlich Bernd Blaschke?

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Vor zwei Jahren hat die Mitgliederversammlung des Tsc Casino Oberalster einstimmig Bernd Blaschke zum 1. Vorsitzenden gewählt. Seitdem leitet er mit viel Engagement und Energie unseren Club. Zum Jubiläum ist die richtige Zeit und Gelegenheit, ihm einmal ein paar persönliche Gedanken zu seinem Werdegang in der Hamburger Tanzszene sowie seinen Ideen und Wünschen für die Zukunft des Clubs zu entlocken.

„Ich bin im zarten Alter von 15 Jahren, eher zufällig zum Tanzsport gekommen. Für die Zeitungszusteller des Hamburger Abendblattes gab es für besondere Verdienste irgendwann einmal die Möglichkeit an einem Tanzkurs in der damaligen Tanzsportabteilung der Hamburger Turnerschaft von 1816 teilzunehmen. Dort fing eigentlich alles an. Am Anfang tanzte ich mit meiner Schwester im Breitensport, dann mit verschiedenen Partnerinnen und schließlich lernte ich dort auch meine Birgit kennen, mit der ich dann mein aktives Tanzen fortsetzte. Wir tanzten zusammen bis in die der 1980er Jahre. Dann entschloss ich mich mit dem aktiven Tanzen aufzuhören.

In der Zwischenzeit hatte ich begonnen, mich als Turnierleiter (1976), Wertungsrichter (1977) und später auch zum Übungsleiter und Trainer ausbilden zu lassen.

Neben meinem Beruf, der mich häufig auch auf Reisen in ferne Länder führte, bin ich immer dem Tanzsport verbunden geblieben.

Sehr früh habe ich begonnen, ehrenamtlich in Tanzsportvereinen und Verbänden in verschiedenen Funktionen mitzuarbeiten. Etwas mehr als 10 Jahre habe ich die Tanzsportabteilung des SV-Lurup-Hamburg geführt. Ebenfalls mehr als 10 Jahre habe ich im Präsidium (das hieß damals noch Vorstand) des Hamburger Tanzsportverbandes zuerst als Beisitzer und dann als 2. Vorsitzender mitgearbeitet. In dieser Zeit war ich ebenfalls etwa 10 Jahre in einem Ausschuss des Hamburger Sportbund und des Deutschen Tanzsportverband tätig. Während dieser Zeit konnte ich mein Netzwerk zu anderen Vereinen, Verbänden und zum DTV ausbauen. Heute kann ich auf zahlreiche nützliche Kontakte in der Tanzsport-Szene innerhalb Deutschlands blicken.

2019 hat mich die Mitgliederversammlung des Casino Oberalster zum 1. Vorsitzenden gewählt. Da ich mich zu der Zeit bereits im Ruhestand befand, habe ich diese Aufgabe gern übernommen. Jetzt nach etwas mehr als zwei Jahren im Amt muss ich feststellen, dass ich diese Funktion und die damit verbundenen Aufgaben etwas unterschätzt habe.

Unser Club ist schon deshalb etwas Besonderes, weil wir ein eigenes Clubhaus und ein ziemlich großes Grundstück haben. Schon dadurch reißt die Arbeit eigentlich nie ab. Hinzu kommen die administrativen Aufgaben, die Betreuung der Mitglieder und unserer Trainerinnen und Trainer, die Planung und Durchführung von Veranstaltungen und die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und Verbänden. Aber zum Glück habe ich ja tatkräftige Unterstützung durch meine Vorstandskolleginnen und -kollegen und die Beauftragten, die alle in ihren Ressorts hervorragende Arbeit leisten.

Allerdings habe ich auch festgestellt, dass es immer schwieriger wird, Clubmitglieder zur Mitarbeit für den Verein zu gewinnen. Es sind eigentlich immer dieselben (wenigen) Personen, die sich als Helfer zur Verfügung stellen. Und die Anzahl wird regelmäßig geringer. Wir suchen bereits seit längerer Zeit eine Person, die die Funktion des Jugendwartes übernehmen möchte. Außerdem benötigen wir eine Person zur Unterstützung bei der Planung und der Ausrichtung unserer Veranstaltungen. Und ganz frisch benötigen wir zur nächsten Mitgliederversammlung am 8. August 2021 eine(n) Sportwart(in). Kandidaten bisher, auch nach zahlreicher direkter Ansprache, Fehlanzeige.

Nun kann ich ja verstehen, dass in der heutigen Zeit ein Ehrenamt neben Familie und Beruf häufig schwer darstellbar scheint. Aber wenn die Arbeit, die ein Verein verursacht, auf „viele“ Schultern verteilt werden kann, bleibt es für jeden Einzelnen überschaubar. Und außerdem ist es ja häufig nur für einen bestimmte Zeitraum.

Wenn es dem Club nicht gelingt, Mitglieder zur Mitarbeit zu bewegen, gibt es zwei Möglichkeiten:

Der Club muss „Leistungen häufiger einkaufen“, was zwangsläufig zu höheren Beiträgen führen wird.

Die andere Variante könnte sein, dass die verbleibenden Vorstandsmitglieder weitere Aufgaben übernehmen müssen, was dann möglicherweise zu Frust führen wird mit dem Ergebnis, dass der Club weiter Funktionäre verliert. Das endet dann eventuell in einer Spiralbewegung.

Als ich antrat, hatte ich eine Vision. Ich wollte den Club innerhalb von 5 Jahren auf eine Größe von etwa 400 Mitgliedern führen. Das Potenzial im Umfeld ist sicherlich vorhanden. Wir haben ein großes Einzugsgebiet, ansprechende Räume und qualifizierte Trainer. Wir sind allerdings in unserem Einzugsgebiet eher unbekannt. Daran müssen wir als erstes arbeiten. Natürlich muss auch ein entsprechendes Angebot vorhanden sein. Auch dass muss entwickelt, erweitert und gegebenenfalls modernisiert werden. Wir benötigen zusätzliche Trainer insbesondere auch um die Jugendabteilung zu vergrößern.

Ein erster Schritt ist uns bereits in unserer Turnierabteilung gelungen. Seit letztem Jahr haben wir zwei Tanzsporttrainer A beschäftigt. Dadurch sind die Kapazitäten erheblich gestiegen und für unsere Turnierpaare hat sich das Angebot erweitert. Anfänglich haben wir dadurch auch Mitgliederzuwächse erzielt.

So etwas muss uns auch in anderen Bereichen gelingen.

Nun sind wir aber durch die Corona-Pandemie erst einmal sehr stark zurückgeworfen worden. Seit Anfang November 2020 ist unser Clubhaus geschlossen. Mit einer zaghaften Belebung rechne ich nicht vor Ende Mai 2021. Dann müssen wir sehen, dass wir unseren Trainingsbetrieb organisiert bekommen. Für Visionen ist erst mal keine Zeit und kein Raum.

In der Pandemie haben wir einigen Mitglieder verloren, andere haben Ihren Status von „aktiv“ auf „passiv“ umgestellt. Im Großen und Ganzen sind uns unsere Mitglieder bisher aber treu geblieben. Dafür möchte ich mich ganz persönlich bei jedem Einzelnen bedanken.

Aber wir brauchen euch auch, denn die laufenden Kosten des Clubs sind nicht unerheblich.

Damit unsere Mitglieder in dieser schweren Zeit nicht ganz ohne Gegenleistung dastehen, habe ich versucht, mit den Trainerinnen und Trainern Online-Aktivitäten zu organisieren. Das ist in der Turnierabteilung recht gut gelungen. Die Trainer unserer Tanzkreise, der Line Dancer und unserer Gymnastikgruppe konnte wir davon nicht überzeugen.

Um einen kleinen Ausgleich zu schaffen, haben wir kürzlich damit begonnen, für alle aktiven Mitglieder ein „Online-Yoga“ anzubieten. Erstaunlicherweise wird dieses Angebot auch von unseren Tanzkreisen, Line Dancern und der Gymnastikgruppe gut angenommen. Wir werden dieses Angebot so lange kostenfrei anbieten, wie unser Clubhaus geschlossen bleiben muss. Wer möchte kann jederzeit in das Angebot einsteigen. Anmelden kann man sich unter Yoga@tscco.de

Der Club besteht in diesen Jahr 50 Jahre. Dass wollen wir mit unseren Mitgliedern, Freunden, Förderern der Wirtschaft und der Politik im Stadtteil gebührend feiern. Dazu wird es im zweiten Halbjahr neben einigen Tanzturnieren drei Hauptveranstaltungen geben.

21.08. Jubiläumsempfang für geladenen Gäste
22.08. Rustikales Sommerfest für unsere Mitglieder
11.12. Jubiläumsball mit Weihnachtsfeier für Mitglieder und deren Gäste

Ich freue mich ganz besonders, dass es mir vergönnt ist, dieses wichtige Jubiläum federführen zu begleiten, obwohl ich ja erst wenige Jahre dem Club angehöre. Ich hoffe, dass Corona es zulässt, so zu feiern, wie wir es geplant haben.

Seit einiger Zeit haben wir damit begonnen, unsere Homepage zu modernisieren. Alle relevanten Informationen und Benachrichtigungen werden künftig dort zur Verfügung gestellt. Natürlich werden wir auch die Gruppensprecher weiterhin einbeziehen. Also wer stets aktuell informiert sein möchte, schaut einfach regelmäßig auf die Internet-Seite. Dort werden demnächst auch weitere Informationen zum Jubiläum erscheinen.“